„GENERATIVITÄT“

70. Jahrestagung der DGPT
27. bis 29. September 2019
Würzburg

Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens der DGPT haben wir für unsere Jahrestagung 2019 das Thema „GENERATIVITÄT“ gewählt.

Generativität impliziert Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Wir wissen um die Relevanz, diese Trias zusammen zu denken, in unserer klinischen und theoretischen Arbeit, wie auch auf den vielfältigen Ebenen der Berufspolitik.

Wir selbst blicken zurück auf die Generationen vor uns und antizipieren Generationen nach uns. Generativität beinhaltet die Gegenwart des Vergangenen wie die Schaffung von Neuem. Gesellschaften müssen generativ sein, um zu bestehen. Ohne Generativität folgt Niedergang und Auflösung. Generativität dient auf der Grundlage unserer Triebstruktur der Sicherung menschlichen Lebens und der menschlichen Kultur. In Zeiten der Bedrohung der Generativität durch kollektive Aggression, durch destruktive Ausbeutung des Planeten zu Lasten künftiger Generationen, müssen wir nachdenken, verstehen und handeln.

In Mythologie und Religion werden die Verhältnisse der Generationen zueinander bebildert, in der Psychoanalyse nutzen wir deren Wahrheiten. Generationenkonflikte sind der Generativität immanent, z. B. der Neid der Alten auf die Jungen, die vermeintlich bessere Bedingungen vorfinden. Der „Generationenvertrag“ scheint nicht mehr gültig zu sein. Auch die Missachtung der Generationsgrenzen und das Negieren der Generationenfolge können zu Beschädigung oder gar Zerstörung der Generativität führen.

Die heutigen Generationen sind unübersichtlicher, vielfältiger: Das Individuum hat oft mehrere Väter bzw. Mütter, lebt in Patchwork-Konstellationen. Wir wollen untersuchen, wie unsere Gesellschaft mit Fragen der Generativität umgeht und dabei betrachten, wie sich Mutter-, Vater- und Elternschaft heute entwickeln.

Wir möchten die Generativität auch unserer Gesellschaft, der DGPT, betrachten. Bereits die Gründergeneration der DGPT blickte zurück auf frühere Generationen von Psychoanalytikern. Die gegenwärtige Präsenz der DGPT entwickelte sich entlang der gesellschaftlichen Entwicklung. Mit Blick auf die Zukunft wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie die DGPT generativ bleiben kann. Nehmen wir anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der DGPT unseren Platz in der Generationenfolge ein und betrachten wir die „Generationen-Spannungen“ heute, um den Weg in die Zukunft mitzudenken und zu gestalten!

Wir möchten Sie einladen, mit Ihrem Beitrag unsere Tagung zu bereichern und hoffen, dass unser Thema in seiner Vielfältigkeit Sie inspiriert, aus psychoanalytischer Klinik, Forschung, Theorie und Kultur zu schöpfen.

Ingrid Moeslein-Teising, Georg Schäfer, Rupert Martin



Hinweise zur Einreichung: Ihr Abstract übersenden Sie uns bitte bis zum 31. Dezember 2018 - per E-Mail - an die Geschäftsstelle der DGPT (psa@dgpt.de). Auf der Grundlage der eingereichten Abstracts erfolgt die anonymisierte Auswahl der Vorträge und Arbeits- gruppen für den Samstagnachmittag.

Bei der Auswahl Ihrer Präsentation werden wir Ihnen eine Referentenvereinbarung übermitteln, die alle Absprachen, unsere üblichen Konditionen und insbesondere die einschlägigen Fristen beinhalten wird. Da ggf. eine Veröffentlichung im Tagungsband in Betracht kommt, bitten wir Sie schon jetzt darauf zu achten, dass der Veröffentlichung keine Rechte Dritter entgegenstehen.

Aufgrund verschiedener Rückmeldungen zu den letzten Tagungen planen wir  – wann immer es geht  – die Zahl der Vorträge, Foren und Arbeitsgruppen thematisch zu gruppieren, um dadurch mehr Kontinuiät und ein Mehr an lebendigem Austausch entstehen zu lassen.