Programm

 

Donnerstag, 26. September

Congress Centrum Würzburg

09:30 – 13:30 Uhr

2. Gender-Forum – Transgender

Ingrid Moeslein-Teising

Im Rahmen des DGPT-Kongresses „Geschlechter-Spannung“ fand 2018 mit sehr großer Resonanz erstmalig ein Gender-Forum statt. Die DGPT lädt nun zum 2.Gender-Forum ein, diesmal zum Thema Transgender, mit Vorträgen und Diskussionen, Donnerstag, 26.9.19, 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr, Congress Center Würzburg. Die Teilnahmegebühr ist in den Tagungsbeitrag integriert bzw.ist auch der Erwerb einer Tageskarte möglich.

Von der Bisexualität Freuds zur Dual-Sexualität der Freudianer

Daniel Barth

Congress Centrum Würzburg, Frankonia Saal

Begrüßungsempfang

20:00 Uhr

Generativität und die Zukunft der Nachkommen
Krisen der Weitergabe in Generationenbeziehungen
(Vortrag)

Vera King

Generative Sorge für die Kinder und nachfolgende Generation bedeutet im Kern, die Zukunft der Nachkommen durch gegenwärtiges Handeln konstruktiv zu ermöglichen. Und aus der Zukunft der Nachkommen sind diejenigen, die eben diese Zukunft in der Gegenwart ermöglichen, zu erheblichem Teil selbst ausgeschlossen. Allein aus dieser unvermeidlichen generationalen Spannung, die mit der Endlichkeit selbst verknüpft ist, resultieren Ambivalenzen, die immer neu bewältigt werden müssen. Im Vortrag werden individuelle Herausforderungen, kulturelle Muster und intersubjektive Krisenpotenziale beleuchtet sowie psychische Bedingungen generativer Weitergabe veranschaulicht.

Im Anschluss
daran

Sektempfang

Foyer

 

Freitag, 27. September

Congress Centrum Würzburg, Frankonia Saal

Moderation: Ingrid Moeslein-Teising

09:15 – 09:30 Uhr

Begrüßungen

09:30 – 10:30 Uhr

Die freie Assoziation: Generativer Wandel im Verständnis einer zentralen Behandlungsmethode?

Wolfgang Mertens

Welche Veränderungen haben die psychoanalytische Methode der freien Assoziation und die dazu komplementäre gleichschwebende Aufmerksamkeit erfahren, die von Freud noch als grundlegend betrachtet wurden, z.B. bei Anton Kris, Christopher Bollas, Fred Busch, Anna-Maria Rizzuto, Jean Laplanche oder Paola Solano? Einst von Freud als die einzige psychoanalytische Methode zum Erraten Verstehen und Analysieren unbewusster Vorgänge eingeführt, haben sich die Auffassungen über ihr Erkenntnisvermögen in den nachfolgenden Generationen zum Teil drastisch verändert. Peter Fonagy rät sogar nachdrücklich dazu, sie endgültig zu Grabe zu tragen.
Sollten wir uns nunmehr von der Methode der freien Assoziation in der dritten und vierten Generation nach Freud endgültig verabschieden oder gibt es etwas an ihr, das noch erhaltenswert ist? Steht und fällt mit ihr das genuin psychoanalytische Erkenntnisverfahren?
Kommen in den erheblichen Kritikpunkten unüberbrückbare Diskrepanzen, vielleicht auch destruktive Tendenzen zwischen den Generationen zum Ausdruck oder sind sie Anzeichen für einen gelungenen kumulativen Wissensfortschritt, bei dem allerdings auch Trauerarbeit zu leisten wäre?

10:30 – 11:00 Uhr

Pause

Foyer

11.00 - 12:00 Uhr

„Nimm dir das Leben und gib´s nie/auch wieder her“: das narzisstisch-depressive Dilemma und seine Bedeutung für die nächste Generation

Heribert Blaß

In diesem Vortag, dessen Titel ich einem Lied von Udo Lindenberg entlehnt und zugleich etwas verfremdet habe, möchte ich mich mit einem narzisstischen Grundparadox bzw. Grunddilemma als Voraussetzung für Generativität beschäftigen. Es bedeutet auf einer individuellen Ebene, die eigene Person narzisstisch so intensiv besetzen zu können, dass der Wunsch nach einer Fortführung/Expansion des eigenen Lebens ebenfalls eine libidinöse Qualität annimmt: Ich muss mich selbst so sehr annehmen können, dass ich mich selbst erhalten möchte und das eigene Leben nie wieder hergeben will. Es entsteht und braucht eine (primärprozesshafte, omnipotente) Phantasie von Unsterblichkeit. Andererseits ist aber wichtig, diese Phantasie mit dem Sekundärprozess und der Realität in Verbindung zu setzen und angesichts des unausweichlichen eigenen Todes zum einen eine Verdopplung des eigenen Selbst, zum anderen einen Erhalt der sexuellen Liebesbeziehung zur Partnerin/zum Partner in Gestalt eines eigenen Kindes anzustreben. Andererseits kann dieses Kind und kann die nächste Generation sich nur dann wirklich entfalten, wenn das elterliche Ich bzw. das elterliche Paar später ebenso bereit sind, das eigene Leben zugunsten der nächsten Generation wieder herzugeben. Es braucht gleichermaßen den anspornenden Narzissmus und die spätere depressive Bereitschaft zum Verzicht, um als erwachsene Person bzw. als Liebespaar sowohl ein Fortbestehen wie auch ein Verschwinden der eigenen Person zugunsten der nächsten Generation zu ermöglichen.
Ein Scheitern dieser paradox anmutenden Aufgabe wird am deutlichsten im Infantizid. Es sollen Bezüge zu bekannten Infantizid-Erzählungen, wie zB dem griechischen Mythos von Uranos und Kronos, der biblischen Darstellung des vielfachen Knabenmords durch Herodes und der Gestalt von Medea als Mutter, die ihre Kinder tötet, hergestellt werden. Auch geschichtlich ist der Infantizid im Kampf um die Thronfolge von hoher Bedeutung.
Psychopathologisch wird ein Scheitern der psychischen Fähigkeit zu Generativität besonders tragisch im erweiterten Suizid im Rahmen einer postpartalen oder mütterlichen Depression oder einer letztlich ebenfalls väterlichen Depression in Form eines gegen die eigene Frau gerichteten Rachemords an den eigenen Kindern.
Auf weniger mörderische Weise ist die Frage nach einem Pro oder Contra in Bezug auf ein eigenes Kind/eigene Kinder ein vielfaches Thema in Analysen und insbesondere angesichts der Möglichkeiten des medizinischen Fortschritts aktuell: die Ablehnung und medizinische Verhinderung eines Kindes kann intensiv werden, wie ebenso auf der anderen Seite der unbedingte Wille und die Inanspruchnahme eines medizinischen Apparats zur Konzeption eines Kindes. Umso bedeutsamer ist die Frage, ob auf psychischer Ebene das narzisstisch-depressive Dilemma durchgearbeitet werden kann.
Gleiches gilt auch für das Weiterleben/Fortbestehen von Organisationen, wie z.B. für psychoanalytische Organisationen: das Bestreben nach Fortbestehen und Bereitschaft zu veränderndem Verzicht sind hier ebenfalls von Bedeutung.
Klinische Beispiele sollen das narzisstisch-depressive Dilemma illustrieren.

12.00 - 13:00 Uhr

Déjà vu – Vom unbewussten Erbe

Valérie Bouville

Ich möchte zeigen, wie die Geschichte eines Landes und einer Familie die psychischen Mechanismen ihrer Nachkommen prägt und somit generativ weitergegeben wird.
Anhand der jeweiligen analytischen Behandlung des Enkels eines vermeintlichen Täters aus dem zweiten Weltkrieg und der Tochter eines hohen Beamten einer korrupten Diktatur wird der analytische Weg von den Symptomen und der Übertragung- Gegenübertragungsdynamik hin zu den hintergründigen Entwicklungsstörungen beider Patienten beschrieben. Im ersten Fall führt das Familien-Schweigegebot zur Verkümmerung der explorativen Kraft und zu entwicklungshemmenden Schuldgefühlen des Patienten, im zweiten Fall wirkt sich das ungehemmte Ausleben archaischer Triebimpulse kumulativ traumatisierend auf die Patientin aus, die selbst zum Täter wird. In beiden Fällen wird eine mangelnde Symbolisierungsfähigkeit neben archaischen Abwehrreaktionen als transgenerationell vermittelten Mechanismen deutlich.
Die analytische Arbeit ermöglicht eine neue generative Transmission. Die transformative Funktion des Analytikers bietet das „Nachreifen“ archaischer Abwehrmechanismen. Für beide Patienten bedeutet dieses Nachreifen eine schwierige psychische Ablösung aus der Ursprungsfamilie.

13.00 - 14:30 Uhr

Pause

Im Anschluss
daran

ab 14:30 Uhr Interne Sitzungen
ab 16:00 Uhr Mitgliederversammlung

 

Samstag, 28. September

Congress Centrum Würzburg - Frankonia Saal
Moderation: Rupert Martin

09:30 – 10:30 Uhr

Die Gründungs- und Frühgeschichte der DGPT:
Entstehung, Struktur und Ziele des historischen Forschungsprojekts

Volker Roelcke, Carola Sachse, Anthony Kauders, Steffen Dörre

Vorstellung des Projekts

Impulsreferate zu Kontexten der Gründungs- und Frühgeschichte der DGPT

Rezeption der Psychoanalyse im Nachkriegsdeutschland

Die Gründungs- und Frühgeschichte der DGPT: Projektaufriss und erste Ergebnisse zur Gründung der Gesellschaft

10:30 – 11:00 Uhr

Pause

11:00 – 12:00 Uhr

Überlegungen zur Entwicklung und Gefährdung von Generativität und Kreativität in der psychoanalytischen Ausbildung

Heinz Weiß

Am 11. und 12. Oktober 1924 fand in Würzburg die „Erste Deutsche Zusammenkunft für Psychoanalyse“ statt, bei der erstmals das Berliner Ausbildungsmodell vorgestellt wurde, das seither weltweit den Standard für die psychoanalytische Ausbildung bildet. Es führte über Generationen hinweg zu fruchtbaren klinischen und theoretischen Entwicklungen, teilweise aber auch zu Erstarrungen und Spaltungen. Im vorliegenden Beitrag werden Faktoren diskutiert, welche Generativität und Kreativität in der psychoanalytischen Ausbildung fördern oder auch blockieren. Einer dieser blockierenden Faktoren wird mit Roger Money-Kyrle (1965) als „institutionelle Megalomanie“ identifiziert. Unter Bezugnahme auf seine Argumentation wird dargelegt, wie sich Institutionen durch Projektion von Aspekten des primitiven Über-Ich von einem ‚Container‘ in pathologische Organisationen verwandeln können, welche ein „Lernen durch Erfahrung“ (Bion 1962), und damit die Entwicklung neuer Ideen blockiert. Ein zweiter Faktor wird in paranoid-schizoiden Versionen der Ödipussituation gesehen, wie sie Freud in „Totem und Tabu“ (1912-13a) beschrieb. Hier stellt die Entwicklung der nachfolgenden Generation eine Bedrohung des väterlichen Machtanspruchs dar, so dass Angst und verfolgende Schuldgefühle im Vordergrund stehen. Dem stellte John Steiner (1999) eine depressive Version des Ödipuskomplexes gegenüber, in der die Eltern als Paar wahrgenommen werden, von dem das Kind zugleich abhängig und ausgeschlossen ist. Erst diese depressive Version der Ödipussituation ermöglicht das Durcharbeiten von Trauer- und Schuldgefühlen, aus denen Wiedergutmachungsbestrebungen und (re)generative, schöpferische Impulse hervorgehen. Konflikte werden hier nicht mehr durch Identifikation, sondern durch die Anerkennung von Unterschieden gelöst. Unter Bezugnahme auf J. Rickmans (1951) Modell einer psychoanalytischen Gesellschaft werden abschließend Konsequenzen für die Ausbildung und für die Entwicklung der Psychoanalyse als Wissenschaft diskutiert.

12:00 – 13:00 Uhr

Ödipale Verwicklungen und psychoanalytische Generativität

Stefanie Sedlacek

In unseren Instituten kommt es in Ausbildung und Mitgliedschaft allzu oft zu Verstrickungen dramatischer Ausmaße. Diese kreisen um Kontrolle, Vereinnahmung, Entmündigung, Über- und Geringschätzung. In Extremfällen ist das Klima innerhalb der Mitgliedschaft verfolgend und Kandidaten werden oder fühlen sich vernachlässigt. Während eine unangemessen pedantische Evaluierungskulturnarzisstische Wunden hinterlässt, die nicht mit der Zeit heilen, und damit dem Prozess der psychoanalytischen Generativität schadet, sind fehlende Klarheit, Verwicklung in Richtungskämpfen und verweigerte Autorität mit verantwortungsloser Zurückweisung der notwenigen Ausbildungs- und Weiterbildungsaufgaben gleichzusetzen (vgl. Ehrlich&Ehrlich, 2018). Die destruktiven unbewussten Dynamiken lassen sich durch mythische Bilder illustrieren, wie dem vom griechischen Gott Chronos, der seine Kinder frisst, dem tragischen Vater-Sohn-Paar Phoibos und Phaeton, bei dem der Vater das grandiose Scheitern seines Sohnes mitansehen muss, wie auch dem Vater-Tochter-Paar Ödipus und Antigone, bei dem die Tragik der Elternfigur den Blick auf das Kind verstellt. In allen Extremen, bei denen die unbewusste Dynamik die Oberhand gewinnt und das Institut zu einer Grundannahmen-Gruppe im Sinne Bions regrediert, wird eine gelingende Generativität, von der unsere Institute und die Psychoanalyse leben, durch ödipale Verwicklungen verhindert. Anhand klinischer Vignetten, aus Bereichen jenseits unserer Ausbildungskontexte, werden Erschwernisse und Möglichkeiten einer gelingenden Entwicklung diskutiert.

13:00 – 14:30 Uhr

Pause

Hinweis auf Parallelveranstaltungen (* PV) am Samstagnachmittag

Kurztitel Ort Uhrzeit
Mehr erfahren PV 1.1 Historisch-generative Aspekte der Psychoanalyse Congress Centrum Würzburg
Konferenzraum 13
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.2 Generativität und Familie heute Congress Centrum Würzburg
Konferenzraum 12
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.3 Perspektiven von Generativität Congress Centrum Würzburg
Konferenzraum 11
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.4 Alter und Generativität Congress Centrum Würzburg
Konferenzraum 10
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.5 Generativität in Kunst und Literatur Hotel Maritim
Salon Bossi
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.6 Entwicklung und Generativität im beruflichen Umfeld Hotel Maritim
Salon Auwera
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.7 Panel Supervsion Hotel Maritim
Salon Tiepolo
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.8 Bedrohte Generativität durch traumatischen Wandel Hotel Maritim
Salon Wagner
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 1.9 Forschungsforum Hotel Maritim
Raum Oegg
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 2.0 AG Psychonalayse und Gesellschaft Congress Centrum Würzburg
Raum 2
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 2.1 Psychoanalyse und Film Hotel Maritim
Salon Beatrix
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 2.2 Psychoanalytiker-Generationen Hotel Maritim
Salon Balthasar-Neumann
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 2.3 Transgenerationalität und Generativität Congress Centrum Würzburg
Raum 3
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 2.4 Offene AG der Vertrauensleute Hotel Maritim
Salon Petrini
14:30-18:00
Mehr erfahren PV 2.5 AG Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Würzburger Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie
Saal
14:30-18:00

* PV 1.1 – Congress Centrum Würzburg, Konferenzraum 13
Historisch-generative Aspekte der Psychoanalyse
Moderation: Hermann Schürmann

14:30 – 18:00 Uhr

Das achte Leben: Konflikte um Generativität in der psychoanalytischen Bewegung am Beispiel der Geschichte der Objektbeziehungspsychologie.

Thomas Abel

In ihrem bewegenden und sprachlich virtuosen Buch "Das achte Leben (für Brilka)" schildert Nino Haratischwili das Leben von 7 Personen aus vier Generationen, von 1905 bis 2007.
Analog dazu möchte ich anhand von 7 Autoren einiges Konfliktträchtiges aus der Geschichte der Objektbeziehungspsychologie zusammen tragen. Ihre ersten Vertreter, wie Ian Suttie, Otto Rank, oder Ronald D. Fairbairn wurden lange Zeit ausgeblendet, vergessen, im Fall von Rank für verrückt erklärt und aus der psychoanalytischen Bewegung ausgeschlossen. Sie teilten das Schicksal anderer, die Veränderungen vorschlugen oder Bestehendes infrage stellten. Generativität innerhalb der psychoanalytischen Bewegung bedeutete immer wieder, dass nur diejenigen geduldet wurden, die sich an Bestehendes anpassten. Um so erstaunlicher ist es, dass die Objektbeziehungspsychologie trotz aller Abtreibungsversuche heute die verbreitetste Strömung innerhalb der Psychoanalyse ist. Zu den Verdiensten der DGPT gehört es, verschiedene Strömungen der Psychoanalyse zusammen gebracht zu haben und einen wechselseitigen Diskurs zu ermöglichen. Unter der Überschrift "Das achte Leben" ist in genanntem Buch ein weißes Blatt, das das junge Mädchen Brilka mit ihrem Leben und ihren Konflikten wird beschreiben müssen. Ebenso stehen wir vor einem weißen Blatt im Generationenbuch der Psychoanalyse.

Alexander Mitscherlich und seine drei „Mentoren“: Ernst Jünger, Ernst Niekisch und Viktor von Weizsäcker
Ein Beitrag zur Genealogie und Erinnerungskultur der DGPT.

Hans-Volker Werthmann

Alexander Mitscherlich (1908 – 1982) – Mitgründer und langjähriger Vorsitzender der DGPT, einflussreichster Psychoanalytiker und öffentliche Persönlichkeit der deutschen Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – benennt in seiner Autobiographie drei „Mentoren“ seiner Jugendjahre: Ernst Jünger (1895-1998), Ernst Niekisch (1898-1967) und Viktor von Weizsäcker (1886-1957). Alle drei waren bedeutende Persönlichkeiten, aber alle drei sind auch umstritten. Ernst Jünger gilt als herausragender Zeitzeuge und Schriftsteller, manchen aber auch als Vorbereiter des Faschismus. Andere haben in seinem Roman „Auf den Marmorklippen“ ein Beispiel für die Entlarvung der Hitler-Diktatur gesehen. - Ernst Niekisch, an dessen Zeitschrift „Widerstand“ Mitscherlich sich beteiligte, war linksrevolutionärer Politiker und Hitler-Gegner. Warum galt er als „Nationalbolschewist“, was verstand er unter Widerstand und was stand in seiner Schrift „Hitler – ein deutsches Verhängnis“, die Mitscherlich der SA zum Trotz in das Schaufenster seiner Buchhandlung gelegt hatte? – Viktor von Weizsäcker wird verdächtigt, während seiner Professur in Breslau in Verbrechen verwickelt gewesen zu sein. - Das politische Umfeld und die Gedankenwelt des jungen Alexander Mitscherlich sind heute kaum nachvollziehbar. Er selbst hat seine Vergangenheit „bereut“, sich aber nie ausführlich damit auseinandergesetzt. Muss er „entidealisiert“ werden? Was wäre eine psychoanalytische Haltung in einer Erinnerungskultur an Personen der DGPT-Geschichte?

„Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern werden davon die Zähne stumpf“ (Ezechiel 18,1)

Hermann Lang

Unter dem vorgenannten Titel möchte ich auf einige Facetten des Tagungsthemas eingehen. Zunächst kann hier das groteske zwangsneurotische Szenario des „Rattenmanns“ konkretisieren. Es wird verständlich dadurch, wenn man in ihm die verkleidete Wiederholung eines labyrinthischen Geflechts von intersubjektiven Relationen erkennt, in das sein Vater geraten war – Relationen, die ganz von einer zweifach akzentuierten Schuld bestimmt sind, vor deren Einlösung nun der Sohn in den Engpässen seiner neurotischen Phänomene vergeblich und ohne darum bewusst zu wissen, auszuweichen sucht. Die hier anklingende ödipale Problematik kann auf einen weiteren zentralen Punkt der Generativitätsthematik hinleiten. Wie stellt sich diese in Patchworkfamilien, im homosexuellen Paar mit Kind dar? Im Rekurs auf den Begriff der „Strukturalen Triade“ (Lang: Die Strukturale Triade und die Entstehung früher Störungen, Klett-Cotta 2011) wird der Autor diese Thematik diskutieren. Zu behandeln ist hier weiter, inwieweit eine defizitäre Triade (Triangulierung) eine fremdenfeindliche, gewalttätige, fundamentale Einstellung begünstigt. In dieser transindividuellen Positionierung wird auch auf das Konzept des Inzestverbots als Grundbedingung menschlicher Sozialisation, wie es im ethnologischen Strukturalismus entwickelt wurde, einzugehen sein. Das Inzestverbot strukturiert die Generationenfolge und Generationengrenzen, verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Ausgang von der Freudschen „Verführungstheorie“ und des Freudschen Konzepts der „Nachträglichkeit“ ist zu behandeln, inwieweit frühe Traumata bzw. frühe Phantasmata Gegenwart und Zukunft bestimmen bzw. wie auch in der gegenwärtigen Situation in rückläufiger Neubestimmung frühere Erfahrungen sich neu konstellieren können. In der so gegebenen Möglichkeit einer neuen Verarbeitung liegt dann auch die therapeutische Chance.

* PV 1.2 – Congress Centrum Würzburg, Konferenzraum 12
Generativität und Familie heute
Moderation: Sabine Riese

14:30 – 18:00 Uhr

Zwischen Mutterland und Vatersprache
Mutterschaft in der psychoanalytischen Theoriegeschichte und ihr Einfluss auf das gesellschaftliche Mutterbild

Helga Krüger-Kirn

In diesem Vortrag werden kritische Reflexionen auf das generative Verhältnis der Psychoanalyse zu Mutterschaft mit soziokulturellen Perspektiven in Bezug gesetzt. Denn Mutterschaftskonzepte sind nicht nur von gesellschaftlichen Geschlechtervorstellungen beeinflusst, sie üben auch einen tiefgreifenden Einfluss auf das aktuelle Fühlen, Denken und Handeln aus. In diesem Sinne beeinflussen sie nicht nur unsere klinische Arbeit maßgeblich, sondern auch die gesellschaftlichen und kulturellen Auffassungen über Mutterschaft. Bekanntermaßen hat Freud sein prinzipiell dialektisch angelegtes Subjektverständnis in der Ausarbeitung seiner Sexualtheorien nicht konsequent umgesetzt (vgl. Freud, 1925j; 1933a). Eine damit einhergehende Abwertung von Mutterschaft zeitigt ihre Wirkung bis in die Gegenwart. Zwar wurde im Zuge einer feministisch orientierten Aufarbeitung vielfach thematisiert, wie sehr ideologische Mutterbilder in die theoretischen Konzeptualisierungen von Mutterschaft eingehen (bspw. Benjamin, 1990; Chodorow, 1985; Irigaray, 1991; Rohde-Dachser,1991). Dennoch konnte darüber keine dauerhafte Wende im psychoanalytischen Geschlechter- und Mutterschaftsdiskurs erreicht werden. Eine Bestandsaufnahme der psychoanalytischen Weiblichkeits- bzw. Mutterschaftstheorien im deutschsprachigen Raum zeigt bis heute eine weitgehende Untertheoretisierung von Mutterschaft als bedeutsamen Aspekt weiblicher Subjektivierung. Insbesondere jene körperlich-weiblichen Transformationsprozesse, die sich auf Erfahrungen von Zeugung, Schwangerschaft, Abtreibung, Gebären und Stillen beziehen, bleiben vernachlässigt (vgl. Krüger-Kirn, 2015). Eine Rezeption von international publizierten Arbeiten (bspw. Alizade, 2014; Balsam, 2012; Moeslein-Teising, Frances, 2013) findet bis heute kaum statt. Damit bleibt nicht nur eine produktive Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper und seiner reproduktiven Potenz unterbelichtet, sondern auch die Subjektposition der Frau als Mutter.

Die Notwendigkeit einer Neuformulierung psychoanalytischer Perspektiven auf weibliche Körperlichkeit und Mutterschaft liegt jedoch nicht nur in der ausgemachten Leerstelle psychoanalytischer Theoriebildung begründet. Die Ergebnisse einer umfassenden Analyse von verschiedenen Eltern-Zeitschriften zwischen 2010 und 2017 sowie Interviews mit Müttern im Rahmen des Forschungsprojekts zu Mutterschaft und Geschlechterverhältnisse zeigt, wie nachhaltig psychoanalytische Theorien über Mutterschaft im gesellschaftlichen Diskurs verankert sind. Bis heute wird Mutterschaft überwiegend auf die mütterliche Beziehung mit dem Kind reduziert (z.B. Bowlby, 1975; Dornes 1993; Stern, 2006, 2014). Damit einhergehende Zuschreibungen von „mütterlicher Macht und Schuld“ lassen sich u.a. als patriarchaler Deutungsmodus des Ödipuskomplexes dekonstruieren, in dem der Vater als Retter des Kindes aus der mütterlich-symbiotischen Umklammerung konzeptualisiert wird.

Vor dem gesellschaftlichen Hintergrund geschlechtlicher Gleichberechtigung liegt nahe, dass die bis heute tradierten Schieflagen in den elterlichen Rollenbildern nicht nur bewusste, sondern unbewusste geschlechtliche Vorstellungen von Mutter- und Vaterschaft wiederspiegeln. Dieser Blickwinkel differenziert und erweitert die Perspektive auf die elterlichen Aushandlungen um unbewusste, im subjektiven und kollektiven Gedächtnis eingeschriebene Ideale von Mutterschaft/Mütterlichkeit und Vaterschaft/Väterlichkeit In diesem Vortrag werden kritische Reflexionen auf das generative Verhältnis der Psychoanalyse zu Mutterschaft mit soziokulturellen Perspektiven in Bezug gesetzt. Denn Mutterschaftskonzepte sind nicht nur von gesellschaftlichen Geschlechtervorstellungen beeinflusst, sie üben auch einen tiefgreifenden Einfluss auf das aktuelle Fühlen, Denken und Handeln aus. In diesem Sinne beeinflussen sie nicht nur unsere klinische Arbeit maßgeblich, sondern auch die gesellschaftlichen und kulturellen Auffassungen über Mutterschaft.

Bekanntermaßen hat Freud sein prinzipiell dialektisch angelegtes Subjektverständnis in der Ausarbeitung seiner Sexualtheorien nicht konsequent umgesetzt (vgl. Freud, 1925j; 1933a). Eine damit einhergehende Abwertung von Mutterschaft zeitigt ihre Wirkung bis in die Gegenwart. Eine Bestandsaufnahme der psychoanalytischen Weiblichkeits- bzw. Mutterschaftstheorien im deutschsprachigen Raum zeigt bis heute – trotz feministisch-psychoanalytischer Interventionen (bspw. Benjamin, 1990; Chodorow, 1985; Irigaray, 1991; Rohde-Dachser,1991) eine weitgehende Untertheoretisierung von Mutterschaft als bedeutsamen Aspekt weiblicher Subjektivierung. Insbesondere jene körperlich-weiblichen Transformationsprozesse, die sich auf Erfahrungen von Zeugung, Schwangerschaft, Abtreibung, Gebären und Stillen beziehen, bleiben vernachlässigt (vgl. Krüger-Kirn, 2015). Eine Rezeption von international publizierten Arbeiten (bspw. Alizade, 2014; Balsam, 2012; Moeslein-Teising, Frances, 2013) findet bis heute kaum statt. Damit bleibt nicht nur eine produktive Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper und seiner reproduktiven Potenz unterbelichtet, sondern auch die Subjektposition der Frau als Mutter.

Die Notwendigkeit einer Neuformulierung psychoanalytischer Perspektiven auf weibliche Körperlichkeit und Mutterschaft liegt jedoch nicht nur in der ausgemachten Leerstelle psychoanalytischer Theoriebildung begründet. Die Ergebnisse einer umfassenden Analyse von verschiedenen Eltern-Zeitschriften zwischen 2010 und 2017 sowie Interviews mit Müttern im Rahmen des Forschungsprojekts zu Mutterschaft und Geschlechterverhältnisse zeigt, wie nachhaltig psychoanalytische Theorien über Mutterschaft im gesellschaftlichen Diskurs verankert sind. Bis heute wird Mutterschaft überwiegend auf die mütterliche Beziehung mit dem Kind reduziert (z.B. Bowlby, 1975; Dornes 1993; Stern, 2006, 2014). Damit einhergehende Zuschreibungen von „mütterlicher Macht und Schuld“ lassen sich u.a. als patriarchaler Deutungsmodus des Ödipuskomplexes dekonstruieren, in dem der Vater als Retter des Kindes aus der mütterlich-symbiotischen Umklammerung konzeptualisiert wird.

Vor dem gesellschaftlichen Hintergrund geschlechtlicher Gleichberechtigung liegt nahe, dass die bis heute tradierten Schieflagen in den elterlichen Rollenbildern nicht nur bewusste, sondern unbewusste geschlechtliche Vorstellungen von Mutter- und Vaterschaft wiederspiegeln. Eine Analyse der bewussten und unbewussten geschlechtlichen Vorstellungen von Mutterschaft/Elternschaft bietet über patriarchale Funktionalisierungsstrategien von Mutterschaft hinausgehend auch dort Ansatzpunkte, wo der Zugriff auf den Mutterkörper im Zuge der modernen reproduktionsmedizinischen Entwicklungen grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von (reproduktivem) Körper und Kultur aufwirft vgl. ebd., 2017). Mit Bezug auf Freuds Konzept des Sexuellen und Laplanches Theorie der rätselhaften Botschaften (1988) werde ich abschließend eine Gegenposition zur gesellschaftlichen (und psychoanalytischen) Degradierung des weiblichen bzw. mütterlichen Körpers auf einen Objektstatus vorschlagen.

Generativität
Mutter, Mutter, Vater, Kind.

Elisabeth Imhorst

Der Wunsch nach einem Kind berührt sowohl ödipale als auch präödipale Wünsche und Konflikte. Und in der Regel sind uns diese in ihren Zusammenhängen nicht bewusst. Wenn innerhalb einer lesbischen Beziehung eine der beiden Frauen ein Kind möchte, jedoch nicht mittels einer anonymen Samenspende; wenn sie will, dass ihr Kind regelmäßigen Kontakt zu seinem Vater hat, aber mit seiner Mutter und deren Partnerin zusammenleben soll, dann kann das eine Reihe nicht nur organisatorischer und rechtlicher Fragen aufwerfen.
Frau D. kam zu mir, weil der Kinderwunsch ihrer Partnerin sie existentiell bedrohte. Sie wollte kein Kind. Sie konnte der Partnerin den Wunsch aber auch nicht abschlagen. Zu groß war die Panik, sie zu verlieren. Und so suchte Frau D nach Möglichkeiten, ihrer Partnerin entgegen zu kommen, ohne ihr zu zeigen, dass sie alles wollte, nur kein Kind. Ich möchte anhand von Material aus der zweijährigen 4stündig durchgeführten Analyse von Frau D zunächst die individuellen psychodynamischen Zusammenhänge beschreiben, die hier unbewusst aktiviert wurden, und wie Frau D damit fertig zu werden versuchte. Anschließend möchte ich klinisch-theoretische Überlegungen zu den ödipalen Dreiecken vorstellen, die in einer solchen Konstellation (Mutter, Co-Mutter, Kind; Vater, Mutter, Kind) in eine stabil-instabile Balance gebracht werden ‚wollen‘.

Jenseits der Urszene -
eine psychoanalytische Perspektive auf die Auswirkungen der Reproduktionsmedizin auf Elternschaft und Kind und die Herausforderungen in der klinischen Arbeit

Beate Blank-Knaut

In meinem Vortrag möchte ich anhand von klinischen Beispielen meine theoretischen Überlegungen zu den psychischen Implikationen assistierter Reproduktionstechnologien für die kindliche Entwicklung und die familiären Beziehungen darstellen und den damit verbundenen Fragen von besonderer Verantwortung für die nachkommende Generation, aber auch auf die Schwierigkeiten hinweisen.
Die steigende Zahl von Kindern, die nicht durch die sexuelle Vereinigung ihrer Eltern entstehen– wie auch jene, die durch biologische Andere, die niemals eine sexuelle Beziehung zu ihren sozialen Eltern hatten – werfen neue psychoanalytische Fragen auf. Reichen unsere Konzepte wie Ödipuskomplex, Urszene, die Bedeutung des Familienromans, u.a. weiter aus, müssen sie müssen sie erweitert werden oder wird es in unseren psychoanalytischen Behandlungen ganz neue Erkenntnisse geben? Darüber hinaus möchte ich mich dem psychoanalytischen Behandlungsprozess und den damit verbundenen psychischen Dynamiken widmen, die eine hohe emotionale Herausforderung für alle Beteiligten darstellen.
Wie können wir uns unter diesen neuen und sich immer weiter entwickelnden Techniken und den damit verbundenen Fragestellungen als Analytiker und Analytikerinnen eine Haltung erarbeiten, die den Patienten und Patientinnen eine sichere Identitätsfindung ermöglicht?
Für dieses wichtige Thema unserer Zeit möchte ich mit meinem Beitrag einen Denkraum eröffnen.

* PV 1.3 – Congress Centrum Würzburg, Konferenzraum 11
Perspektiven von Generativität
Moderation: Joachim Grefe

14:30 – 18:00 Uhr

Das vir-feminale Bewusstsein – eine postpatriarchale Perspektive

Berthold König

Ausgehend von einem kulturhistorischen Streifzug in Anlehnung an Freuds kulturtheoretische Schriften (insbesondere „Totem und Tabu“), den Psychohistoriker DeMause, den Bewußtseinspsychologen Jaynes und den integrativen Anthropologen Kilian wird die gegenwärtige Bewusstseinslage als „Post“-Zustand in einer kollektiven Entwicklungsbewegung verstanden. Damit ist eine Bewegung beschrieben, die nicht nur etwas hinter sich lässt, sondern sich eben auch nach wie vor über einen Blick zurück definiert und rückversichert – das Väterliche wie es in den Begriffen „postödipal“ und „postpatriarchal“ kenntlich wird, wirkt darin nach wie vor als Direktiv im Hintergrund, trotz der Fortbewegung . Der (vaterlose) Blick nach vorn hat (noch) keine stabilen neuen Orientierungspunkte und erscheint daher gleichermaßen offen wie irritierend.
Damit ist nun auch eine Übergangslage beschrieben wie sie für die Adoleszenz kennzeichnend ist – heißt, die Gegenwartsdiagnose könnte auf „kollektive Adoleszentenkrise“ lauten, mit Söhnen und Töchtern im Postpatriarchat. Symptome dafür lassen sich beliebig viele finden – besonders drastisch wird die Labilität der kollektiven Adoleszenz in der Spannung zwischen der Eröffnung neuer Horizonte (Globalisierung, Internet/Digitalisierung, Kommunikation) und grassierenden Ängsten vor Überforderung bis hin zu apokalyptischen Ängsten (Klimakatastrophe) deutlich. Eine Spannung, die auch Befürchtungen vor Regression in überwunden geglaubte patriarchale Verhältnisse mit Führerkulten mobilisiert.
Gleichzeitig erscheint klar, dass die neue Perspektive auch neuer Regulative bedarf – und zwar gänzlich neue und von den vertrauten (väterlichen) Denkmustern losgelöste. Entwicklungpsychologlisch formuliert setzt dies die Entwicklung zu reifen/mündigen Männern und Frauen voraus, die sich im Postpatriarchat neu definieren – eben in einer vir-feminalen Bewußtseinlage („vir“=Mann, „femina“=Frau) mit Realisierung des bimorphen Sexus, wie er auf der letzten Jahrestagung in Lindau definiert wurde.
Diese Bewusstseinslage auf individueller und kollektiver Ebene skizzenartig zu umreißen, wird den Abschluss des Vortrags bilden.

Gewollte Kinderlosigkeit versus Generativität - Kasuistik einer Patientin mit familiärem Trauma

Uta Blohm

Gewollte Kinderlosigkeit ist ein Phänomen, das zunehmend in unserer Gesellschaft zu beobachten ist und sich auch in psychoanalytischen Behandlungen wiederfindet. Sie kann als Hinweis auf verschiedene unbewusste Konfliktdynamiken verstanden werden und beeinflusst auf besondere Weise die Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse. Manchmal liegen die Wurzeln in einem transgenerationalen traumatischem Geschehen. Im Vortrag soll anhand einer Kasuistik die Psychodynamik der Verhinderung von Generativität als ein Versuch diskutiert werden, sich von unbewältigten, transgenerational vermittelten Konflikten zu lösen.
Gewollte Kinderlosigkeit hat auch einen gesellschaftlichen Aspekt. Indem eine Zukunftsperspektive negiert wird, bedroht das die Existenz einer Gesellschaft.
Dementsprechend kann dies in Behandlungen mit den impliziten Überzeugungen von Analytikerinnen und Analytikern kollidieren und zu Verständnislosigkeit und Stagnation führen, wenn diese z.B. selber Kinder haben oder ungewollt kinderlos sind.
Um diese Prozesse zu verdeutlichen, soll dargestellt werden, wie ein vertieftes Verständnis bezüglich der depressiven Symptomatik einer 44-jährigen, gewollt kinderlosen Patientin im Zusammenhang mit transgenerationaler Weitergabe von Kriegstraumatisierungen in die 3. Generation möglich wurde. Besonders beleuchtet werden dabei Prozesse von Stagnation, Kontakt- und Beziehungslosigkeit, die sich in einer teilweise starken negativen Gegenübertragung abbildeten.
Der Vortrag will damit eine Konstellation von gewollter Kinderlosigkeit und deren Psychodynamik aufhellen.

Kreativität, Innovation, Start-Ups - Zur Entstehung von Neuem

Michael Wolf

Zunächst: Eriksson, Entwicklungsphasen und psychosoziale Krisen, hier: Erwachsenenalter: Generativität versus Stagnation. Dazu die entsprechende Spalte VII in „der vollständige Lebenszyklus“ zum Erwachsenenalter.
Generativität charakterisiert ein Entwicklungsstadium, dass bei einer normalen Entwicklung erreicht wird, durch defizitäre Lösungen psychosozialer Krisen auch auf früheren Stufen aber durch Hemmung und Abwehr und entsprechende Blockaden verwehrt ist. Ziel einer Psychoanalyse oder psychodynamischen Psychotherapie ist es, diese Blockaden zu lösen und dem Klientel dazu zu verhelfen, diese Stufe zu erreichen.
Sie ist wichtig, weil sie zum einen die produktive Auflösung des Ödipuskonflikts darstellt, bei dem die Generativität durch die Fixierung auf das jeweilige gegen-geschlechtliche Elternteil beeinträchtigt oder gehemmt ist und zum andern eine genetische, soziale und kulturelle Fortpflanzung Fortpflanzung und damit ein weiteres Leben von Genen und Memen ermöglicht.
Nicht zufällig hat Generation den gleichen Wortstamm wie Generativität und Generativität ermöglicht insbesondere das Entstehen der nächsten Generation und damit weitere biologische, soziale und kulturelle Evolution. Andernfalls sterben diese Gene und Meme aus. Wir dagegen sind allesamt sinnlogisch wie biologisch das Ergebnis erfolgreicher Generativität.
Generativität zeigt sich außer in der Konkretion der Kinder und Generationen in der Kreativität der Kunst und in der Innovation der Technik (und gesteigerter Produktivität und ihrer Ausweitung durch Geld-und Kapitalverwertung), also insgesamt in der Hervorbringung von Neuem.
Das Produkt der Generativität ist das „Werk“, die Hervorbringung, das in-die-Welt-setzen eines biologischen und kulturellen Gebildes. Das Modell ist das Kind, für die nichtgebärenden Männer das „Baby“, wie in der Industrie alle möglichen Projekte genannt werden, die in die Welt gesetzt wurden und die nun hochzubringen und am Leben zu erhalten sind. Früher die Homunculi, jetzt die Roboter.
Hier, in der Welt des neu Geschaffenen, sind wir bei den Schöpfern von Neuem, den Wissenschaftlern, den Erfindern, den Gründern, den start-ups, den Unternehmern. Sie schaffen Neues und verdrängen oder zerstören Altes und schaffen eben dadurch Platz für das Neue und bringen so die (soziale, kulturelle, wirtschaftliche und auch menschliche) Entwicklung voran.
Es gibt neurotische und ideologische Hemmnisse und Blockaden der Kreativität, Innovation und Generativität, es gibt individuelle und kulturelle Pathologien und dagegen helfen Psychoanalyse als Therapie und kulturelle Aufklärung.

* PV 1.4 – Congress Centrum Würzburg, Konferenzraum 10
Alter und Generativität
Moderation: Gabriele Friedrich-Meyer

14:30 – 18:00 Uhr

Laois und Iokaste -
Über generatives Erleben im Alter

Stefanie Rosenfeld

Das Erleben der Generativität im Alter, der Großelternschaft, wird häufig idealisiert und in seiner Konflikthaftigkeit nicht wahrgenommen. In dieser Schwellensituation werden aber psychosexuelle Konflikte reaktiviert, besonders die um den ödipalen Themenkreis. Auch kann das Unbeteiligtsein an der Fortpflanzung eine narzisstische Kränkung darstellen, die oft unbewusst bleibt.
Der Mann, prinzipiell fruchtbar bis ins hohe Alter, kann noch selbst Vater werden, während er zur gleichen Zeit Großvater oder sogar Urgroßvater wird. So zeichnet sich die patrilineare Generativität oft durch Generationenverschiebung aus.
Für die Frau ist durch die Mutterschaft die Fortpflanzung eng an den eigenen Körper gekoppelt und das Körpererleben spielt eine größere Rolle.
Anhand von Fallbeispielen verdeutliche ich die unterschiedlichen Konfliktlagen in ihrer geschlechtsspezifischen Ausprägung und stelle einen Bezug zum Ödipusmythos her.

Generativität und Generationenspannung im Alter und in der Analyse

Christiane Schrader

In meinem Vortrag werde ich mich auf die Thematik von Generativität und Generationenspannung im Alter und deren Transformationen konzentrieren. Ich werde diese mit Beispielen aus meiner Praxis verdeutlichen und diskutieren, inwieweit und wie sich Generationenspannung in der therapeutischen Beziehung und in Übertragung und der Gegenübertragung ausdrücken,
- in welche generationelle Positionen sich die Analytikerin/der Analytiker versetzt fühlt,
- ob es, wie Peters meint (2016b) zu einer „reduzierten personalen Distanz“ in der therapeutischen Beziehung kommt und/oder die Beendigung erschwert wird,
- ob sich Unterschiede zwischen Frauen und Männern zeigen und welche.
Daran knüpft sich die Frage, wo und wie jüngere Kandidatinnen und Kandidaten in unserer Ausbildung etwas über das Alter als einer Lebensphase lernen, die sie selbst noch nicht aus eigener Lebenserfahrung kennen und deren Auswirkungen auf sie selbst sie auch nicht in der Lehranalysen kennenlernen können (Hinze 2018).
Bezugnehmend auf die klinischen Fälle und im Vergleich zum Konzept der Geschlechterspannung werden die Konzepte Generativität und Generationenspannung als innere und äußere Prozesse und Strukturen konzipiert und diskutiert, die auf wechselseitigen Beziehungen und „Identifizierungen mit den verschiedenen Positionen der generativen Struktur beruhen“ (King, 2012, 222). Für die Jungen heißt das nicht nur, die Risiken der Generativität in Kauf zu nehmen und für sich zu sorgen, sondern auch die Situation der Älteren mit einzubeziehen. Diese haben wiederum im Verhältnis zu den Nachkommen zu verantworten, Neues zuzulassen und den Jungen Gelegenheit zu geben, sich das Erbe anzueignen, sie sind gefordert sich in die Welt der Jungen hinein zu versetzen und ihre Selbstbestimmung zu wahren, ohne ihre eigene zunehmende Bedürftigkeit und Einschränkung zu verleugnen, die früher oder später eine mehr oder weniger ausgeprägte Rollenumkehr in der intergenerationellen Beziehung nach sich ziehen kann. Auf beiden Seiten ist hier viel Ambivalenz im Spiel. Der Begriff der Generationenspannung scheint mir daher hilfreich, um dieser Ambivalenz gerecht zu werden und Generativität gerade im Alter nicht als Einbahnstraße zu denken - was in manchen gerontologischen Konzepten der Fall aber für ein realistisches Gesamtbild als Hintergrund für unsere klinische Arbeit unzutreffend ist (z.B. Höpflinger 2002, Peters 2016a). Es müssen auch die wechselseitigen, nicht nur unbewussten Beziehungen und Identifizierungen berücksichtigt werden und weiter die Tatsache, dass Junge und Alte sich im späteren Erwachsenenalter und im Alter als beiderseits längst Erwachsene wenn auch nicht jenseits ihrer kindlichen und elterlichen Anteile begegnen.

Der letzte Wille: die eigene Endlichkeit denken und ein Leben danach antizipieren können

Gabriele Junkers

Ein Testament ist ein schriftliches Dokument, mit dem eine Person ihre Wünsche zum Ausdruck bringt, wie mit ihrem Körper und Ihrem Besitz umgegangen werden und wie das Erbe nach ihrem Tod wie verteilt werden soll. Eine oder mehrere Personen werden benannt, um die Verteilung des Erbes zu begleiten.
In diesem Beitrag soll untersucht werden, inwieweit die konkrete Abfassung eines letzten Willens als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit des Verfassers, seiner Psychodynamik sowie seiner Objektbeziehungen auf dem Hintergrund seines gesamten Lebenslaufes verstanden werden kann.
Um ein rechtmäßiges und wirksames Testament zu Papier zu bringen, sind vielerlei einzelne Fähigkeiten gefragt, die über die Vorbedingung, sich mit Vergänglichkeit und Endlichkeit des eigenen Lebens zu beschäftigen, hinausgehen. Ob ein solcher Wille existiert oder nicht, kann weitreichende Folgen haben: sowohl für die Objektbeziehungen des Betreffenden als auch für die Dynamik der Großfamilie. Die Entscheidung für oder gegen einen Willen kann Glück und Leid verursachen, soziale und finanzielle Folgen haben und sogar Arbeitsplätze kosten. Häufig müssen Rechtsanwälte in Nachlasssituationen einbezogen werden. Zur Unterstützung der Nachfolgeplanung von Familienunternehmen hat sich ein ganzer Berufszweig entwickelt, um einen solchen Prozess zu vermitteln und zu begleiten. Die 70. Jahrestagung der DGPT ist ein guter Anlaß, über den Vorgang des Vererbens und dem Umgang mit dem Erbe „Psychoanalyse“ nachzudenken. Deshalb wird abschließend die Bedeutung der entsprechenden Vorsorge für Psychotherapeuten und Psychoanalytiker („Professional Will“ bzw. Praxisverfügung) diskutiert.

* PV 1.5 – Hotel Maritim, Salon Bossi
Generativität in Kunst und Literatur
Moderation: Susanne Walz-Pawlita

14:30 – 18:00 Uhr

HM Erhardt: 12 paysages cévenols – Landschaft und Vergänglichkeit

Anita Eckstaedt

Es gibt einige Künstler, die in außerordentlicher Weise von einer Landschaft oder auch einem Berg ergriffen waren, was sie zu einer Selbstwahrnehmung anregte. Neben Paul Cézanne (1839–1906), den die Montagne Sainte-Victoire so beeindruckte und er einen neuen Malstil entwickelte, der Durchbruch in die Moderne, ist beispielsweise Francesco Petrarca (1304–1374) bedeutend. Nach seiner angeblichen Besteigung des Mont Ventoux legte er in einem Brief seine Selbsterfahrung nieder. Hierin erscheint die Ahnung einer Seelenlandschaft, und die Erfahrung dieser Wechselwirkung bedeutete den Beginn der Landschaft als Bildthema.
Der Künstler HM Erhardt (1935–2015) war bewegt durch die Cevennen, heute Unesco-Weltnaturerbe. Er arbeitete 1966 eine Serie von Holzstichen: 12 paysages cévenols. Diese Miniaturen lassen sich als vorgestellte Querschnitte dieser Region verstehen. Hier findet sich Beständiges, verschiedene Gesteinsarten, gegenüber unentwegter Veränderung durch Verwitterungsprozesse und Bewegung im Erdinneren. In ihnen spiegelt sich Erhardts eigene innere Bewegtheit, Vergangenes und Gegenwärtiges. Die Serie lässt sich dann auch als eine Metapher für den analytischen Prozess sehen. Auf einer weiteren Ebene gehört zum Beständigen und Zukünftigen die Weitergabe, wozu sowohl die Fortpflanzung und Erziehung der Nachfolgegeneration wie dann das vermittelnde Lehren, das Fortschreiten in der Technik und den Wissenschaften sowie das Schaffen von Kultur und Kunst zählen. Zwischen Natur und Kultur die Balance zu halten, bedarf einer Verantwortung von Seiten des Menschen.

Generativität. Der Künstler Herbert Zangs – ein Repräsentant der Kriegsgeneration

Doris Quasebarth, Kei Müller-Jensen

Generativität im Dialog zwischen Bildgestalt und Denkgestalt ist das Anliegen dieser Arbeit. Das Leben und Wirken des Künstlers Herbert Zangs, der als jugendlicher Kampfflieger im II. Weltkrieg abgeschossen wurde und fast verhungerte, lässt das Generativitäts-Phänomen der Psychoanalyse aufscheinen: Gängige Begriffe der Psychoanalyse wie Abstinenz, Maßlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Übertragung, Gegenübertragung, Trauma, Verleugnung und die facettenreiche Form der Verneinung bekommen im Sinne des andauernden postfreudianischen kreativen Wandels im Angesicht dieses Künstlerschicksals eine neue klärende Evidenz. Ein nach wie vor vielschichtiges Geheimnis bleibt das „Zangs’schen Antidatieren“. Durch dieses faktische falsch Datieren eines Teils seiner stets eigenständigen sowohl „informellen“ als auch strukturierten Werke versuchte er in einem lebenslangen Kampf das Kriegstrauma und die Bedrohung durch geniale Vorläufer und Mitläufer zu bewältigen. Seine ausufernde Phantasie und Vitalität trieben ihn in die oft unbewusste Mischung von Realität und Phantasie, die das Abenteuer der Ich-Behauptung bis an die Grenze der Selbstvernichtung brachte.

Der Brunnenvergifter -
eine traumatisierte Familie, das Ineinanderrücken von Alt und Jung, ein Auftrag über Generationen hinweg und ein narzisstisches Trauma, der zum Missbrauch wird, der scheitert und zu einem Roman Anlass gibt

Michael Froese

JULI ZEH gibt an, den verstörenden Suizid eines 63-j. Bauern in der ostdeutschen Provinz zum Anlass für ihren Roman „UNTERLEUTEN“ genommen zu haben: GOMBROWSKI, wie der Leiter einer landwirtschaftlichen GmbH im Roman heißen wird, nimmt sich in der Frischwasseranlage, die er einst für das Dorf hat bauen lassen, das Leben. Seine Leiche vergiftet 2 Wochen lang dessen Trinkwasser. Juli Zeh fährt an die 80 mal in das Dorf, um dort Interviews mit Menschen zu führen und die Tat zu verstehen. Schließlich schreibt sie ein viel diskutiertes Buch, einen „großen Gesellschaftsroman“ wie die Kritik raunt, über das Zusammenleben von Ost und West in der Uckermark der Vor-Pegida-Zeit.
Mittlerweile wissen Psychoanalytiker mehr über die psychischen Folgen der gewaltsamen deutschen Geschichte; gerade aus den Weltkriegen stammende Traumen sind inzwischen denkwürdige Bestandteile unserer Behandlungen (Radebold u.a.). Psychohistorische Befunde aus der Nachwendezeit belegen darüber hinaus, daß nicht selten Formen des Ineinanerrückens der Generationen infolge existentieller Verunsicherungen vieler Primärobjekte auch in Ostdeutschland auftraten (Adam-Lauterbach u.a. 2016). Ein bislang wenig erforschter Komplex scheint mir in diesem Zusammenhang die narzisstische Traumatisierung von Mitgliedern der nachfolgenden Generation durch ihre Parentifizierung zu sein (s. Shaw 2014).
Der o.g. Bauer etwa hatte seinem Vater, den die Zwangskollektivierung in der DDR tödlich erkranken ließ, auf dem Totenbett versprochen, eines Tages den Hof aus den Fängen LPG in das Eigentum der Familie zurückzuholen und damit die Ehre der Familie wiederherzustellen. Das schaffte er nicht nur, indem er Tag und Nacht angeblich zum Wohle des ganzen Dorfes rackerte. Er wurde LPG-Vorsitzender, die er nach der Wende in eine GmbH transformierte, natürlich unter seiner Leitung. Er spannte Frau und Tochter massiv ein. Als sich schließlich das halbe Dorf gegen den vermeintlichen Wohltäter wandte und ihn jetzt die Ehefrau mit seinem letzten Vertrauten, dem Hund verließ, fühlte er von allen verraten und gab auf. Fast hätte er das dem Vater gegebene Versprechen erfüllt...
Mein Beitrag schließt mit der Frage, ob dieser zu Literatur gewordene Fall und die zu seiner Interpretation verwendeten psychoanalytischen Überlegungen verallgemeinert werden dürfen?

* PV 1.6 – Hotel Maritim, Salon Auwera
Entwicklung und Generativität im beruflichen Umfeld
Moderation: Bruno Waldvogel

14:30 – 18:00 Uhr

Generativität in der Psychoanalyse: Über das Gelingen und Scheitern von Lehranalysen

Andreas P. Herrmann

Die Generativität der Psychoanalyse ist untrennbar mit der Thematik der Lehranalyse verknüpft. Ihr Gelingen oder Scheitern wird als entscheidend dafür angesehen, ob die Psychoanalyse weiterbestehen kann. Das hat dazu beigetragen, dass diese Thematik seit Jahrzehnten und bis in die jüngste Zeit hinein sehr kontrovers diskutiert wurde. Nachdem es sich bei der Lehranalyse um eine persönliche Analyse handelt, die unter institutionellen Bedingungen stattfindet, kommt diesem Kontext eine wesentliche Bedeutung zu. Ich gehe hier auf die aktuelle Diskussion um die „Institution Lehranalyse“ ein und wende mich dann der Frage zu, was wir eigentlich über Lehranalysen wissen. Im Anschluss daran benenne ich einige der Schwierigkeiten, die in Lehranalysen auftauchen können und konkretisiere die Frage ihres Gelingens und Scheiterns anhand von autobiographischen Berichten. Es geht mir darum, ein konkreteres Bild davon zu gewinnen, welchen Schwierigkeiten und Gefährdungen die Lehranalyse ausgesetzt ist und was sie dennoch zu leisten vermag.

Der Mythos des Ödipus –
Die groteske psychoanalytische Leugnung persönlicher und struktureller Gewalt durch die älteren Generationen

Micha Hilgers

Die psychoanalytische Rezeption des Ödipus-Mythos unterliegt bizarren Verzerrungen: Sophokles‘ Tragödie schildert transgenerationale Konflikte um Gewalt, Übergriffe, scheiternde Generationenabflogen und die ambivalente Suche nach Erkenntnis. Es geht nicht um Vatermord und Inzest als Ausdruck sexuellen Begehrens, sondern um Macht, die sich auch in Sexualität ausdrücken kann. Dabei geht die Gewalt von den Alten aus und trifft die Jungen. Ödipus („Schwellfuß“) wird von seinen Eltern mit durchbohrten Fesseln an Hirten übergeben, damit diese ihn in der Wildnis aussetzen. Der traumatisierte Ödipus scheitert an der selbstgestellten Aufgabe der Selbsterkenntnis – und an der Auflösung transgenerationaler Konflikte.
Die psychoanalytische Deutung leugnet historische wie aktuelle strukturelle Gewalt, die sich zum Beispiel in Rentendebakel oder der ausbeuterischen Situation unserer Ausbildungskandidaten widerspiegelt. Die traditionelle Interpretation des Ödipus-Mythos ist reaktionär, da sie die historischen Hintergründe der mythologischen Gestalten verkennt und zugleich aktuelle gesellschaftspolitische Konflikte umdeutet, Ausbildungsmisere oder Chancenungleichheit von Kindern unterschiedlicher soziodemographischer Herkunft oder die Gründe gewaltiger Migrationsströme junger Exilanten ignoriert. Die traditionelle psychoanalytische Interpretation des Mythos gerät zum reaktionären Disziplinierungsversuch gegenüber den jungen Generationen von Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern.

Schusters Leisten im Psychoanalytischen Dienstleistungsberuf –
Erste Erfahrungen mit der Online-Terminvergabe von Psychotherapeutischen Sprechstunden in der psychoanalytischen Einzelpraxis

Anne Michael

Seit April 2018 wurde – nach einer einjährigen Übergangszeit nach der Strukturreform der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung in 2017 - für alle Patienten Psychotherapeutische Sprechstunde bindend eingeführt. Ein erheblicher Wandel der „Psychoanalytischen Arbeitswelt“ ist damit einhergegangen. Mit dem Wandel ihrer Arbeitswelt tun sich PsychoanalytikerInnen jedoch meist schwerer, da die Spezifik ihrer Expertise redundant werden könnte und hergebrachte psychoanalytische Haltungen entwertet werden könnten, die mühevoll erarbeitet wurden. PatientInnen suchen nun in einem häufig recht komplexen Zusammenspiel von Verursachungen und krankheitsaufrechterhaltenden Bedingungen, häufiger jedoch von sozialen Problemen, Unterstützung - und Aufklärung? In der Praxis wird die/der PsychotherapeutIn mit dem Finden einer guten, individuellen Lösung im 50- oder gar 25 Minuten-Takt stark gefordert, möglicherweise überfordert. Gelingt die Herstellung eines sprechenden und zugleich sprechstundenweisen Übergangsraumes in einer, sich rasant konstellierenden Beziehung zum häufig eher Ratsuchenden als potentiellen Analysanden?
Der Beitrag versucht am Beispiel einer mittlerweile allgegenwärtigen technologischen Rationalisierung nachzuvollziehen, welche Begrenzungen und Möglichkeiten gegenwärtiges - und möglicherweise zukünftiges - Inanspruchnahmeverhalten Psychoanalytisch ausgebildeten PsychotherapeutInnen auferlegt und beschreibt dazu exemplarisch den Wandel in den Arbeitsanforderungen.

* PV 1.7 – Hotel Maritim, Salon Tiepolo
Panel Supervsion
Moderation: Andreas Hamburger

14:30 – 18:00 Uhr

Licence to Teach – Supervision und Generativität

Andreas Hamburger, Heribert Blass, Gisela Grünewald-Zemsch, Mathias Lohmer, Jürgen Thorwart, Helene Timmermann, Corinna Wernz

Wie wird die Psychoanalyse an die nächste Ausbildungsgeneration weitergegeben? Traditionell ist in den meisten psychoanalytischen Ausbildungsinstituten (ETh) die Ernennung zur Supervisorin bzw. zum Supervisor automatisch mit der Lehranalytiker-Qualifikation verbunden. Für eine zunehmend geforderte Professionalisierung der Ausbildungssupervision müssen wir uns mit den spezifischen Themen und Konflikte befassen, die mit dieser generativen, institutionell eingebundenen Aufgabe einhergehen. Darüber hinaus widmet sich das Panel sich der Frage, ob und wie eine fachliche Vorbereitung von Supervisor*innen angeboten werden sollte.

* PV 1.8 – Hotel Maritim, Salon Wagner
Bedrohte Generativität durch traumatischen Wandel
Moderation: Ingrid Rothe-Kirchberger

14:30 – 18:00 Uhr

Klimawandel und wie wir ihn für uns bedeutungslos machen

Delaram Habibi-Kohlen

Die globale Erwärmung erfährt dieser Tage eine zunehmende Aufmerksamkeit angesichts sich jetzt manifestierender Folgen von Treibgasemissionen. Es wird deutlich, dass die Folgen des sog. Klimawandels uns schon heute ereilen und nicht erst, wie lange angenommen, in nachfolgenden Generationen, mit denen wir keine Verbindung mehr haben. Das innerpsychische Konzept „Nach uns die Sintflut“ wird durch die immer stärker andrängenden Umweltsymptome bedroht und fordert Handlungskonsequenzen.
Doch nach wie vor dominiert der Riß zwischen Vernunft / Wissen und einer individuellen wie gesamtgesellschaftlichen Handlungsnotwendigkeit, die nicht umgesetzt wird.
In diesem Vortrag wird dies auf Spaltungen zurückgeführt, die nicht nur im Individuum auftreten, sondern sich gesamtgesellschaftlich manifestieren.
Basierend auf einer tiefenpsychologischen Erhebung, in der Psychologie-Studenten zum Klimawandel befragt wurden, werden individuelle Umgangsformen damit beschrieben und die sich darin gefundenen Abwehren analysiert. Dabei wird es auch um Fragen zum Verhältnis zur Natur, Konsumismus und Gier gehen und um Fragen der individuellen wie der politischen Verantwortung.
Klimawandel wird als Symptom einer globalen Krise verstanden, in der destruktive Kräfte im Menschen die Oberhand zu gewinnen drohen.

„Das Abi hat mich aus der Bahn geworfen“
- Konversationsanalyse bedrohter Generativität in der Behandlung einer Konversionsstörung -

Christopher Koppermann

Eine Studentin die kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss steht, identifiziert in den ersten Stunden ihrer Psychotherapie die nicht bestandene Abiturprüfung als Auslöser für ihre dissoziativen Krampfanfälle und nachwirkende Schwierigkeiten mit Vorgesetzten.
Sie erzählt: Ein prüfender Lehrer hatte unmittelbar vor der Prüfung freundlich mit ihr auf dem Gang geplaudert und sie anschließend, nachdem er deshalb von einer Kollegin zurechtgewiesen wurde, besonders streng geprüft. Sie sei durchgefallen und in eine schwere Krise gestürzt, weil ihre berufliche Laufbahn plötzlich in Frage gestellt worden sei.
Wurde hier eine Generationengrenze verletzt? Wollte die junge Frau in der Reifeprüfung als Erwachsene oder als Schülerin gesehen werden? Fand hier Verführung und Auslieferung statt? Generiert „Augenhöhe“ in einem Abhängigkeitsverhältnis automatisch ein double-bind?
Über diese Fragen könnte spekuliert werden. Im Vortrag soll es jedoch darum gehen, Ausschnitte aus der Behandlung anhand von Transkripten und Aufnahmen zu analysieren. Dabei steht im Fokus, wie im therapeutischen Gespräch mit den Fragen von intergenerationaler Verantwortung, Auslieferung und Schuld die therapeutische Beziehung gestaltet wird. Wie stellt sich in der Interaktion die Generationengrenze zum älteren männlichen Therapeuten dar?
Mithilfe der Konversationsanalyse wird sich diesen Themen angenähert. Können hier konversationale Mittel identifiziert werden, die eine erneute Verletzung befürchten lassen bzw. die Generativität wiederherstellen?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen früher Traumatisierung und Demenz?

Barbara Bojack

Viele traumatisierte Menschen erinnern sich oft nicht an ihre Traumata oder verbergen diese Erfahrungen, sprechen nicht darüber.
Durch diesen fehlenden Zugang zum Trauma können Erkrankungen auftreten. Eine Form könnte die Demenz sein. Befunde und Studien deuten auf diesen Zusammenhang hin. Aber nicht jeder Mensch mit einer Traumatisierung wird dement.
Kann eine Traumatisierung in Worte gefasst werden, braucht diese nicht verdrängt, abgespalten zu werden. Dadurch könnten schwere Folgen verhindert werden.
Wichtig wäre es, die Gründe herauszufinden, weshalb bei einem Menschen es zu der Demenz kommt, ein anderer davon verschont bleibt. Es gibt Menschen mit Demenz, die mit oder ohne Traumatisierung dement geworden wären. Mögliche Faktoren, die bei dem einen in der Gegenwart auslösend für eine Demenz sein können, sind z. B. life-events (z. b. Pensionierung) oder soziale Isolation.
Welche Hypothesen gibt es aktuell, um den Zusammenhang zwischen Trauma und Demenz zu verstehen? Verursacht das Trauma die Demenz oder bietet sie eine Möglichkeit, um mit dem Trauma umzugehen?
Bei Kenntnis dieses Zusammenhangs, stellt sich die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern, sind protektive Faktoren, Risikofaktoren bekannt?
Wichtig wäre es, die Bedeutung solcher Erkenntnisse für die Behandlung zu klären. Vielleicht ist eine Beeinflussung durch Therapie möglich und was sind psychoanalytische oder psychotherapeutische Folgerungen.
Im Vortrag wird versucht, einen Überblick über bisherige Befunde in der Literatur und Befunde aus der Praxis zu geben und diese zu diskutieren.

* PV 1.9 – Hotel Maritim, Raum Oegg
Forschungsforum
Moderation: Silke Wiegand-Grefe

14:30 – 18:00 Uhr

Die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) nach Otto Kernberg – state of the art

Peter Buchheim

Die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) nach Otto Kernberg – state of the art – empirischer Forschungsstand

Anna Buchheim, Stephan Doering

Die TFP in der psychoanalytischen ambulanten Praxis und in der Supervision

Mathias Lohmer, Corinna Wernz

Therapeutische Elemente der TFP im Familiensetting mit Familien mit psychiatrisch schwer kranken Eltern (Verbund CHIMPS-NET)

Silke Wiegand-Grefe

Die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) in einer familienorientierten Anwendung im stationären Setting (Programm Leuchtturm Psychiatrie), (Jana Volkert, Anna Georg, Svenja Taubner )

Jana Volkert

Die modernen Therapieverfahren TFP und MBT im Gespräch – Gemeinsamkeiten – Unterschiede – Indikationen und Differentialindikationen

moderierte Podiumsdiskussion

* PV 2.0 – Congress Centrum Würzburg, Raum 2
AG Psychonalayse und Gesellschaft
Moderation: Karsten Münch, Christoph Bialluch

14:30 – 18:00 Uhr

Zur Psychoanalyse des Rechtspopulismus

Hans-Jürgen Wirth

Der Autor entwickelt die These, dass der Populismus ganz wesentlich durch feindselige Affekte motiviert ist, zu denen u.a. Verbitterung, Misstrauen und Ressentiments gehören. Zunächst werden ausgewählte Theorien über den Populismus referiert, die psychologisch und sozialpsychologisch argumentieren oder solche Argumente nahelegen. Anschließend werden die Begriffe Misstrauen, Ressentiment und Verbitterung unter psychoanalytischen Gesichtspunkten entwickelt und auf ihre Brauchbarkeit zur Erhellung des Populismus geprüft. Daran schließen sich zwei ausführliche Fallbeispiele an, die abschließend diskutiert werden.

„Altes Gift in neuen Schläuchen?" -
Rechtspopulistische Ideologien zwischen NS-Geschichte und Postmoderne

Vera Kattermann

Die „Wiederkehr des Verdrängten“ reicht als psychoanalytischer Erklärungsansatz für die drastische Zunahme rechtsextremer und neonazistischer Strukturen und Diskurse bei weitem nicht mehr aus. Welche anderen Zugänge für ein tieferes Verständnis psychodynamischer Hintergründe hierfür lassen sich finden?
Im Vortrag werden zunächst einige aktuelle „Wiederholungsinszenierungen“ nationalsozialistischer Inhalte und Themen aufgezeigt und zur Diskussion gestellt. In Erweiterung dazu soll versucht werden, aktuelle politische Tendenzen mit Hilfe von Mario Erdheims Theorie der „gesellschaftlichen Produktion von Unbewusstheit“ (1984) gegen den Strich zu bürsten. Erdheim schlägt in seinem Ansatz ja vor, immer auch nach den herrschaftsstabilisierenden Funktionen politischer Positionen zu suchen. So können wir fragen: Inwiefern ist das Erstarken des Rechtsextremismus auch Ausdruck eines gesellschaftlichen Abwehrprozesses im Sinne der Mächtigen?
Fraglos kann dieser Zugang nur einen kleinen Teil der hochkomplexen Zusammenhänge der aktuellen politischen Polarisierungen beleuchten. Doch hilft er vielleicht bei der Frage weiter, welche psychoanalytischen Verständnisansätze für eine Förderung der gesellschaftlichen Verständigung und Diskussion hilfreich sein könnten.

Autoritäre Emotionsdynamiken in der Mitte der Gesellschaft - Implikationen aus einem mentalisierungstheoretischen Forschungsansatz

Felix Brauner

In den letzten Jahren findet weltweit ein Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen statt, der auch in Deutschland in einem engen Zusammenhang zu autoritären Gesellschaftsdynamiken steht. Seit den bahnbrechenden, psychoanalytisch fundierten Studien zum Autoritären Charakter der frühen Frankfurter Schule lassen sich psychologische Hintergründe solcher anti-demokratischen Tendenzen analysieren. Der Vortrag schließt an diese Tradition an, verknüpft sie jedoch mit aktuellen Konzepten aus der modernen Psychoanalyse, indem er sich mit den Autoritären Emotionsdynamiken des heutigen Rechtspopulismus auf Grundlage des psychodynamischen Mentalisierungsmodells auseinandersetzt. Es wird anhand empirischer Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie ausgeführt, inwiefern Einschränkungen der Mentalisierungsfähigkeiten – sogenannte „Regressionen auf prämentalisierende Reflexionsmodi“ – rechtspopulistische Überzeugungen verstärken können. Mit einem solchen mentalisierungstheoretischen Ansatz lassen sich insbesondere Phänomene, die für den aktuellen Rechtspopulismus charakteristisch sind, wie fremdenfeindliche Vorurteile, der Glaube an Verschwörungstheorien oder das Misstrauen in demokratische Institutionen, in ihren emotionsdynamischen Wurzeln nachvollziehen. Kritisch zu beleuchten - gerade vor dem Hintergrund des Leitthemas der diesjährigen Tagung - ist dabei die Frage, inwiefern diese regressiven Prozesse aus biographisch geprägten Beziehungsmustern hervorgehen und/oder von aktuellen gesellschaftlichen Stimmungen ausgelöst werden.

* PV 2.1 – Hotel Maritim, Salon Beatrix
Psychoanalyse und Film
Moderation: Heide Kyek

14:30 – 18:00 Uhr

Filmbesprechung: MANCHESTER BY THE SEA
USA 2016 I Regie: Kenneth Lonergan
Deutsch

Heide Kyek

Der schweigsame Einzelgänger ist schockiert als er vom Tod seines Bruders erfährt. Äußerst unwillig verläßt er seine Stadt und kehrt in seine alte Heimat Manchester by the sea zurück. Er soll die Vormundschaft für seinen 16-jährigen Neffen übernehmen.
Ein berührender Film über die Narben zweier Generationen .
Es wird eine erschütternde und traurige Geschichte von verzweifeltem Verlusterleben und dem Versuch der Bewältigung erzählt.

* PV 2.2 – Hotel Maritim, Salon Balthasar-Neumann
Psychoanalytiker-Generationen
Moderation: Beate Unruh, Hannah Metz

14:30 – 18:00 Uhr

Ein Dach zum drunter wachsen? DGPT Aus- und Weiterbildungsbedingungen auf dem Weg in die Zukunft

Anne Dormann

Ein zentrales Anliegen der Generativität ist das Aufziehen der Kinder; in der DGPT wohl der KandidatInnen. Psychoanalytische Institute stehen aktuell mit ihrem hochtradierten Nischengeschäft vor erheblichen Herausforderungen für Lehrende, Lernende und die Institute selbst. Kritiken am psychoanalytischen Ausbildungssystem haben lange Tradition; Konflikte darum führten zu Abspaltungen und Neugründungen. Das Verhältnis zur tiefenpsychologisch fundierten Ausbildung ist in vielen Varianten ambivalent. Schafft die DGPT heute Räume, behindernde Abgrenzungen im Dienste der Zukunftstauglichkeit zu überwinden? Was wird der zukünftigen Generation DGPT-PsychoanalytikerInnen und DGPT-TiefenpsychologInnen vererbt?
E. Erickson nennt als Gegenpart zur gelungenen Generativität Stagnation und Selbstbezogenheit. Aus Psychoanalyse und anderen Wissenschaften wissen wir um die destruktiven Konsequenzen von Abschottung und Starre: einige der wahrgenommenen Konsequenzen möchte ich darstellen. Insbesondere geht es um den Anschluss an empirische Erkenntnisse, um das Rollenverständnis der Ausbildungsstätten und das Verhältnis zur Pluralität der Psychotherapieverfahren. Lernende von heute wollen die regressive Position der Selbsterfahrung von allen weiteren Ausbildungsebenen trennen, in denen sie Mitbestimmung, Autonomie und Transparenz erwarten.
Ich möchte in meinem Vortrag über Entwicklungsimpulse für die Ausbildungsinstitute der DGPT nachdenken, weil psychoanalytische Aus- und Weiterbildung mehr kann und atraktiver werden muss.

Die psychoanalytische Familie – ein Fall für Jugendamt und Heimaufsicht?
Über Generativität und den Umgang zwischen den „psychoanalytischen Generationen“

Dirk Hamelmann-Fischer

Die Geschichte der Psychoanalyse begann und ist durchzogen von konflikthaften generativen Entwicklungen. Dabei wurden die Konflikte oft zu Lasten der nachfolgenden Generation definiert und konzipiert. Dies ist anschaulich an der Gründungsgeschichte der Psychoanalyse und an einem für die Psychoanalyse zentralen Konzept, dem Ödipus-Komplex, gezeigt worden.
In einem Kolloquium mit jungen Analytikerinnen und Analytikern, die ihre Ausbildung beendet haben, zeigen sich die ¬– oft frustrierenden – Erfahrungen, die zwischen den Generationen gemacht werden.
Vor dem Hintergrund der kassenfinanzierten Psychotherapie und der beschränkten Niederlassungsmöglichkeiten manifestieren sich Generationenkonflikte, in denen Interessengegensätze zum Beispiel bei der Praxis der Kassensitzverkäufe und des Job-Sharings zu Zwangslagen und Machtmissbrauch zwischen den „psychoanalytischen Generationen“ führen.
Auch die ältere Generation gerät unter Druck: Regulierungen sollen die Arbeitszeit begrenzen, und unversehens droht das Altenteil.
Die Erfahrungen zwischen den Generationen und die Interessengegensätze werden anhand von Beispielen veranschaulicht, analysiert und auf ihre psychoanalytischen und ethischen Konsequenzen überprüft.

Wie kommen die Jungen zu den Alten?

Wolfgang Krieger

In der Arbeitsgruppe sollen Aktivitäten aus den Instituten zusammengetragen werden, die zur erfolgreichen Generativität der Institute beitragen.
Dazu helfen Fragen wie: Wie wirbt das Institut um Ausbildungsteilnehmer_innen? Wie werden Aus- und Weiterbildungsvertreter_innen geworben und unterstützt? Wie werden Kolleg_innen angeregt zum Lehren? Wie wird man (aus)gewählt für den Ausbildungsausschuss? Wie bewerben sich Lehranalytiker_innen zu ihrer Berufung? Wie werden Vorstände gefunden? Wie werden berufspolitisch Interessierte gefunden?
Die Arbeitsgruppe wird mit Fragen strukturiert, zu denen die Teilnehmer in Stichwörtern ihre Thesen und Erfahrungen mit ihren Aktivitäten schreiben und mitteilen. Diese werden zusammengefasst, visualisiert und in der Gruppe diskutiert. So sollen erfolgreiche und nicht erfolgreiche Vorgehensweisen kennengelernt, reflektiert und verbessert werden.
Der Workshop soll dazu dienen, eigene Erfahrungen und Konzepte abzugleichen mit denen anderer und zu einer kreativen zukunftsweisenden Strategiegestaltung beitragen.

* PV 2.3 – Congress Centrum Würzburg, Raum 3
Transgenerationalität und Generativität
Moderation: Maria Johne

14:30 – 18:00 Uhr

Die kulturpsychologische Dimension der Generativität

Ludwig Janus

Das Thema Generativität hat eine biologische und eine kulturelle Ebene, die in jeder Generation neu miteinander vermittelt werden müssen. Das Potenzial der Generativität realisiert sich auf der biologischen Ebene instinktiv mit der Reife des Individuums, während dies auf einer kulturellen Ebene im Rahmen der Textur der jeweiligen kulturellen Bedingungen geschieht. In den traditionalen Gesellschaften mit ihrer projektiven Gefühlsregulation war die soziale Ausformung der Generativität durch die kulturellen Vorgaben gewissermaßen von außen bestimmt und damit kollektiv „verantwortet“. Im Zuge der Mentalitätsveränderung der Aufklärung hin zu einer Orientierung an selbst-bestimmter und selbst verantworteter Lebensgestaltung entwickelte sich die Herausforderung, dies auch für die Generativität oder konkret in Gestaltung der Paarbeziehung und der Elternschaft im persönlichen Leben zu realisieren. Das Scheitern an dieser Herausforderung ist das Thema der Literatur seit der Romantik im 19. Jahrhundert und der Psychoanalyse und der Tiefenpsychologie im 20. Jahrhundert. Das Besondere an dieser Herausforderung besteht darin, dass biologische Reifungsprozesse mit einer inneren Gefühlsregulation und einer Verantwortung in der Beziehung miteinander vermittelt werden müssen.
Wie die Psychoanalyse gezeigt hat, ist eine grundsätzliche Voraussetzung hierfür eine Verar-beitung und Integration der Erfahrungen, die man als Kind hatte, also eine Überwindung der Elternabhängigkeit und einer Verankerung in sich selbst und in einem inneren Bezug zu seinen frühen Beziehungserfahrungen. Die moderne Psychoanalyse kann zeigen, dass dies auch schon für die vorsprachlichen Erfahrungen gilt, deren Integration eine besondere Herausforderung ist, die nur zu bewältigen ist, wenn eine Reflexion der eigenen Gefühle und der Gefühle der oder des anderen im Rahmen des jeweiligen sozialen Feldes möglich ist. Dies erst ermöglicht die innere Bewältigung der Transformation, die mit einer Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes verbunden ist, also eine verantwortete Elternschaft und Generativität.
Der Vortrag soll diese kollektivpsychologischen und individualpsychologischen Dimen-sionen der Elternschaft und Generativität im einzelnen erläutern, aus denen sich auch klare Konsequenzen für die Vorbereitung der nächsten Generation auf die Elternschaft ergeben.

Ambivalenztoleranz: Ein psychoanalytisches Konstrukt als Wegweiser zur Bewältigung zukünftiger Aufgaben

Monika Huff-Müller

Im Umgang mit gesellschaftlichen Aufgaben und Problemen ist eine Abnahme der reifen Abwehrmechanismen und eine Zunahme der unreifen frühen Abwehrmechanismen von Leugnung und Spaltung zu beobachten. Zur Bewältigung der vielfältigen zukünftigen komplexen Probleme benötigen wir jedoch mehr denn je reife Individuen, die sich nicht im Kampf mit primitiven Abwehrmechanismen befinden. In diesem Sinne ist das alte und bekannte Therapieziel der Ambivalenztoleranz eine Forderung und notwendige Bedingung für das Leben in einer modernen komplexen Gesellschaft. Ambivalenz impliziert, dass das Subjekt sich der miteinander in Konflikt liegenden aggressiven, rivalisierenden, selbstbehauptenden, liebenden und abhängigen Anteile seines Selbst und des Anderen bewusst ist und gleichzeitig Unsicherheit, Ungewissheit und Zweifel containen kann. Dies ist eine Voraussetzung dafür, Ängste und konflikthafte Widersprüche zu erleben, zu verstehen und mit dem Anderen in Beziehung zu treten.
Anhand einer Fallstudie soll das Ringen um Ambivalenzfähigkeit sowohl auf Patientenseite als auch auf Therapeutenseite dargestellt werden. Patient und Therapeutin drohten immer wieder in Spaltungen, kulturellen Verstrickungen und narzisstischen Kränkungen zu versinken. Anhand von Fallvignetten werden die Enactments im intersubjektiven Raum dargestellt, die zunächst die therapeutische Arbeit bedrohten und später einen gemeinsamen Prozess ermöglichten, bei dem die Ambivalenzfähigkeit auf beiden Seiten hergestellt wurde. Die zu beobachtende Zunahme von Mentalisierungsfähigkeit und Konflikttoleranz können dabei als gesellschaftliches Entwicklungsmodell dienen.

Transgenerationale Weitergabe politischer Traumatisierung in der DDR und Bewältigungsmöglichkeiten aus psychoanalytischer Sicht.

Karl-Heinz Bomberg

* PV 2.4 – Hotel Maritim, Salon Petrini
Offene AG der Vertrauensleute
Moderation: Ann Kathrin Scheerer

14:30 – 18:00 Uhr

Austausch über ethische Fragestellungen und Konflikte im Zusammenhang mit der Berufsethik


Auf der Tagung 2019 in Würzburg bieten die Vertrauensleute der DGPT eine Arbeitsgruppe für den Austausch über ethische Fragestellungen und Konflikte im Zusammenhang mit der Berufsethik an.
Wir möchten dieses Mal kein Thema vorgeben, sondern ausreichend Zeit zur Verfügung stellen, aktuelle Anliegen in geschütztem Rahmen zu diskutieren, dazu gehört auch die Möglichkeit, gegebenenfalls aus der Mitgliederversammlung übrig gebliebene Themen für eine weitergehende Diskussion aufzugreifen.
Alle Mitglieder sind willkommen.

* PV 2.5 – Würzburger Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie, Saal
AG Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Moderation: Bettina Mudrich, Erich Limmer

14:30 – 18:00 Uhr

Der Wechsel von einer afokalen, rezeptiven Haltung zu einer fokussierenden und im weitesten Sinne absichtsvollen therapeutischen Aktivität in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.

Mitglieder der „Forschungsgruppe für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ am Psychoanalytischen Institut Stuttgart berichten über ihre Arbeit zur Intentionalität therapeutischer Interventionen in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.
In einem theoretischen Input werden die Überlegungen der Gruppe zu bewussten oder vorbewussten/unbewussten Intentionen und Motiven für therapeutische Interventionen in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie dargestellt und darüber berichtet, wie und mit welchen Ergebnissen die Gruppe versucht hat, therapeutische Interventionen anhand von Stundenprotokollen zu untersuchen, ihre Funktionen im Prozess einer Stunde zu erfassen und unterschiedliche Typen von Interventionen herauszuarbeiten. Nach ausführlicher Diskussion soll dann in der zweiten Einheit ein Stundenprotokoll aus dieser Perspektive betrachtet und auf diese Aspekte hin untersucht werden.
Bernd Ochs-Thurner, Jürgen Heinz, Angelika Bender, Eva Machacek und Juliane von Wedel

16:30 – 17:00 Uhr

Pause für alle Veranstaltungen am Samstag

Congress Centrum Würzburg, Frankonia Saal
Geselliger Abend

Einlass: 19:30 Uhr

Beginn: 20:00 Uhr

Geselliger Abend
Kostenbeitrag € 65 (inkl.MwSt.)
beihnhaltet Sektempfang, Buffet, Wasser und Tanz

 

Sonntag, 29. September

Congress Centrum Würzburg, Frankonia Saal
Moderation: Georg Schäfer

09:30 – 10:30 Uhr

Reprodukionsmedizin und psychoanalytische Praxis

Ann Kathrin Scheerer

Tatsächlich wissen wir erst sehr wenig über die psychischen Verarbeitungswege der Menschen, die mit reproduktionsmedizinischer Hilfe gezeugt wurden. Während erste reliable medizinische Studien Hinweise geben, dass künstliche Befruchtung spezifische gesundheitliche Risiken im späteren Leben mit sich bringen kann – wobei man noch nicht weiß, ob diese aus der technischen, invasiven Manipulation am Erbgut oder aus der - auch im Wortsinne - unklaren Nährflüssigkeit in der Retorte herrühren – müssen wir uns als PsychoanalytikerInnen mit Hypothesen zurückhalten.
Dass wir nicht viel wissen über die psychischen Folgen der reproduktionsmedizinischen Fortpflanzungsmethoden liegt auch daran, dass die solcherart gezeugten Menschen in der Regel nicht deshalb therapeutische Hilfe suchen. Anders als bei Adoptionen kommt bei Erstgesprächen wohl so gut wie nie die medizinisch assistierte eigene Zeugung als Grundlage der Gründung der Herkunftsfamilie und schon gar nicht spontan zur Sprache. Liegt das daran, dass die Zahl künstlicher Befruchtungen insgesamt betrachtet noch so gering ist oder daran, dass wir nicht genügend Aufmerksamkeit in diese Richtung lenken, weil das Thema noch unheimlich, die Vorstellung indiskret, der Vorgang vorurteilsbehaftet ist? Jedenfalls werden wir uns als PsychoanalytikerInnen auch selber fragen müssen, ob wir dieses Unheimliche und Neue eigentlich wissen wollen - und zwar unvoreingenommen - und entsprechende aufmerksame Neugier in diese Richtung lenken?
Dieses Nicht-Wissen(-Wollen) ist bei aller Neugier darauf womöglich auch Ausdruck eines grundsätzlichen Widerstands gegen das Thema Reproduktionsmedizin, das zum einen den alten Konflikt zwischen Medizin und Psychologie aufleben lässt, auch an einem bisher unumstößlichen „fact of life“ rüttelt, dass ein Mensch von zwei Eltern und deren geschlechtlicher Vereinigung abstammt, und drittens wird durch die Reproduktionsmedizin ein Grundpfeiler unseres Denkmodells vom Menschen tangiert: Wie wird die Beteiligung Dritter und Vierter am Zeugungsakt das unbewusste „Urszenen-Material“ anreichern, irritieren, welche Narrative und phantasmatischen Verleugnungen entstehen und welche Voraussetzungen braucht die seelische Integration einer Zeugungsgruppe statt eines Zeugungspaares. Auch wenn das durch fremden Samen gezeugte Kind eines Elternpaares nichts von dem Menschen, der der Spender ist, weiß, wird dieser doch – mindestens unbewußt - Teil des leiblichen Selbst des Kindes, und kann daher niemals nur funktionalisierter Körper sein.
Unsere Diskretion des Nicht-Wissens fußt vermutlich auch auf dem Respekt vor der Intimität des Zeugungsakts – oder auf dem unbewussten Wunsches, sie wiederherzustellen -, andererseits bemerken wir aber stetige und zunehmende Konfrontation mit dem Thema. Jede Kollegin, jeder Kollege hat vermutlich in der Praxis inzwischen Erfahrungen mit Patienten und Patientinnen, deren Kinder künstlich oder mit reproduktionstechnologischer Assistenz gezeugt wurden.
Diese Fallvignetten aus der eigenen Praxiserfahrung ausschnitthaft zu beleuchten und weitergehende Fragen zu stellen, ist der Inhalt dieses Vortrags.

10:30 – 11:00 Uhr

Pause

11:00 – 12:00 Uhr

Das Unbehagen in der Kultur der modernen Fortpflanzung.

Ute Auhagen-Stephanos

Das biopsychosoziale Modell (George Engels, 1977) ist übertragbar auf alle aktuellen Gegebenheiten unseres Lebens, da für alle Lebensbereiche immer biologische, psychische und soziale Faktoren gleichzeitig von Bedeutung sind. Wegen der existentiellen Auswirkungen der Fortpflanzung auf die Nachkommenschaft muss dabei die politische Dimension hinsichtlich Ethik und Gesetzgebung mitbedacht werden. Die Reproduktionstechnik und die dadurch ermöglichte Gentechnik sollen mit diesen drei Säulen beschrieben werden. Denn diese Techniken beeinflussen maximal die Zukunft der menschlichen Entwicklung in nicht vorhersehbarer Weise. Die künstliche Zeugung ist die größte biologische Revolution beim Menschen. Indem sie unser Genmaterial verfügbar macht, können wir unser Erbgut allen kulturellen Wunschvorstellungen anpassen. Großes Leiden und Schwierigkeiten der werden wollenden Eltern entstehen bereits lange vor der somatischen und/oder psychotherapeutischen Behandlung der Unfruchtbarkeit. Der psychoanalytische Ansatz kann die Fortpflanzungsorgane funktionell beeinflussen. Die reproduktiven Techniken sind keineswegs ohne nennenswerte somatische wie psychische Risiken und Nebenwirkungen vor allem für das so gezeugte Kind. Inzwischen gibt es Hinweise der epigenetischen Forschung, dass die künstlichen Befruchtungsvorgänge das kindliche Epigenom beeinflussen. Es werden Erfahrungen und Fallberichte internationaler PsychoanalytikerInnen über die Reproduktionsmedizin diskutiert. Auch mein eigener Ansatz bei der analytisch orientierten Begleitung von Frauen vor und während der technischen Befruchtung wird dargestellt.

12:00 – 13:00 Uhr

Darth Vader, der Laios-Komplex und die dunkle Seite der Macht

Leopold Morbitzer

Die Weltraum-Saga Star Wars von George Lucas ist die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten. Im Zentrum der Saga (Episoden IV-VI) steht der Generationenkonflikt zwischen Darth Vader und seinem Sohn Luke Skywalker. Dies wird im Vortrag anhand zentraler Filmausschnitte veranschaulicht. Es ist uns vertrauter, solche Stoffe aus der ödipalen Perspektive zu betrachten – hier der des jungen Jedi-Schülers Luke, der wie Ödipus nach seiner Geburt vor seinem Vater versteckt wird und ohne Kenntnis seiner Herkunft bei Pflegeeltern aufwächst und der schließlich, wie Ödipus am Dreiweg, im Duell auf seinen ihm unbekannten Vater Darth Vader trifft. Neben den vertrauten ödipalen Themen gehört zum Wandel der Generationen jedoch auch das „elterliche Unbewusste“ (Laplanche). Daher soll im Vortrag die Perspektive Darth Vaders eingenommen werden, der wie Laios versucht seiner Vergänglichkeit auf destruktive Weise zu entkommen. Um zu verstehen, welche unbewussten Kräfte in Darth Vader wirksam sind, ehe er sich zu guter Letzt doch noch generativ verhalten kann, brauchen wir ein Stück Erwachsenenpsychologie, wie wir in der Mitte unseres Lebens mit der Unvermeidbarkeit des Todes umgehen. Das modifizierte Konzept des Laios-Komplexes verknüpft die Frage der Generativität und der libidinösen Besetzung des Nachwuchses eng mit unserer Auseinandersetzung mit der Endlichkeit

13:00 – 13:15 Uhr

Verabschiedung

Ingrid Moeslein-Teising

Im Anschluss:
Ausgabe der Zertifizierungen


Die Jahrestagung wurde als Fortbildungsveranstaltung gem. § 95 d SGB V bei der Bayerischen Psychotherapeutenkammer mit 18 Punkten zertifiziert.

Die Teilnahmebescheinigungen erhalten Sie am Ende der Tagung gegen Abgabe Ihres persönlichen Barcode-Aufklebers und/oder nach Eintragung in die Unterschriftenliste im Tagungsbüro.